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Fallstricke bei der Auslandskrankenversicherung: Was Sie unbedingt beachten sollten

Eine Auslandskrankenversicherung ist für Reisende von großer Bedeutung, da sie Schutz vor unvorhergesehenen medizinischen Kosten im Ausland bietet. Dieser Versicherungsschutz ist umfassender als die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland und deckt Kosten für ärztliche Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und notwendige Rücktransporte ab. Es ist jedoch wichtig, die Versicherungsbedingungen sorgfältig zu lesen und zu verstehen, um sicherzustellen, dass der richtige Schutz für die individuellen Bedürfnisse gewählt wird.

Übersicht

Auslandskrankenversicherung
(Symbolfoto: Sinenkiy  /Canva)

Kurz und knapp


  • Auslandskrankenversicherung ist wichtig für Schutz vor hohen medizinischen Kosten im Ausland.
    • Gesetzliche Krankenversicherung bietet oft keinen ausreichenden Schutz im Ausland.
  • Auslandskrankenversicherung deckt Kosten für Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und Rücktransporte.
    • Besonders wichtig außerhalb der EU, wo medizinische Kosten hoch sind.
  • Unterschiede zu anderen Versicherungen:
    • Reisekrankenversicherung: Nur für Kurzreisen, hauptsächlich Notfallbehandlungen.
    • Auslandskrankenversicherung: Für längere Aufenthalte, umfassenderer Schutz.
  • Typische Ausschlüsse:
    • Chronische Krankheiten und Vorerkrankungen.
    • Geplante Behandlungen und psychische Erkrankungen.
    • Schwangerschaftskomplikationen, die vor der Reise bekannt waren.
  • Kleingedrucktes in Versicherungsbedingungen genau lesen.
    • Leistungsgrenzen und Selbstbeteiligung beachten.
    • Bedingungen für Rücktransport nach Deutschland kennen.
  • Fristen und Formalitäten:
    • Sofortige Meldung bei stationärer Behandlung.
    • Schadenfälle spätestens drei Jahre nach Schadeneintritt melden.
    • Ärztliche Unterlagen und Belege einreichen.
  • Einfluss von Reisedauer und -ziel:
    • Versicherungsschutz variiert je nach Dauer und Ziel der Reise.
    • Spezielle Tarife für Langzeitaufenthalte und bestimmte Regionen.
  • Beispiele aus der Rechtsprechung:
    • Klauseln zur Schwangerschaftsüberwachung oft unwirksam.
    • Kostenübernahme bei akuten Erkrankungen und Rücktransport bei unzureichender Versorgung.
    • Ausschlüsse bei Vorerkrankungen oft gültig.
  • Empfehlungen:
    • Versicherungsbedingungen sorgfältig prüfen.
    • Verschiedene Anbieter und Tarife vergleichen.
    • Reisedauer und -ziel berücksichtigen.

Bedeutung der Auslandskrankenversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung ist für Reisende von großer Bedeutung, da sie Schutz vor unvorhergesehenen medizinischen Kosten im Ausland bietet. Während die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland oft nur eingeschränkten oder gar keinen Schutz im Ausland bietet, deckt eine Auslandskrankenversicherung die Kosten für ärztliche Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und notwendige Rücktransporte. Dies ist besonders wichtig, da medizinische Behandlungen im Ausland, insbesondere außerhalb der EU, kostspielig sein können. Ohne eine entsprechende Versicherung könnten Reisende im Krankheitsfall auf hohen Kosten sitzen bleiben, was nicht nur finanziell belastend, sondern auch existenzbedrohend sein kann.

Grundlagen der Auslandskrankenversicherung

Was ist eine Auslandskrankenversicherung?

Eine Auslandskrankenversicherung ist eine spezielle Versicherung, die Reisende vor den hohen Kosten schützt, die durch medizinische Behandlungen im Ausland entstehen können. Diese Versicherung deckt in der Regel die Kosten für ambulante und stationäre Behandlungen, Medikamente, ärztliche Konsultationen und notwendige Rücktransporte ab. Sie ist besonders wichtig, da die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland nur eingeschränkten oder gar keinen Schutz im Ausland bietet, vornehmlich außerhalb der EU.

Unterschiede zu anderen Versicherungen

Eine Auslandskrankenversicherung unterscheidet sich in mehreren wesentlichen Punkten von anderen Versicherungsarten wie der Reisekrankenversicherung und der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Diese Unterschiede sind entscheidend, um den passenden Versicherungsschutz für die individuellen Bedürfnisse zu wählen.

Auslandskrankenversicherung vs. Reisekrankenversicherung

  • Dauer des Versicherungsschutzes: Eine Auslandskrankenversicherung ist für längere Aufenthalte im Ausland konzipiert, während eine Reisekrankenversicherung meist nur für kurze Reisen bis zu sechs Wochen gilt.
  • Leistungsumfang: Die Auslandskrankenversicherung bietet umfassenderen Schutz, einschließlich Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen von chronischen Erkrankungen, während die Reisekrankenversicherung hauptsächlich Notfallbehandlungen abdeckt.
  • Kostenübernahme: Auslandskrankenversicherungen übernehmen oft auch die Kosten für geplante Behandlungen und Rücktransporte, was bei Reisekrankenversicherungen nicht immer der Fall ist.

Auslandskrankenversicherung vs. gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

  • Geografische Abdeckung: Die GKV bietet nur eingeschränkten Schutz im Ausland, vornehmlich nur innerhalb der EU und des EWR. Eine Auslandskrankenversicherung hingegen bietet weltweiten Schutz.
  • Leistungsumfang: Die GKV deckt nur die Kosten, die auch in Deutschland erstattet würden, was oft nicht ausreicht, um die tatsächlichen Kosten im Ausland zu decken. Auslandskrankenversicherungen übernehmen hingegen die vollen Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen und Rücktransporte.
  • Rücktransport: Die GKV übernimmt keine Kosten für einen Rücktransport nach Deutschland, während dies bei Auslandskrankenversicherungen oft inkludiert ist.

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Ausschlusskriterien bei Auslandskrankenversicherungen

Nicht abgedeckte Krankheiten und Behandlungen

Eine der größten Herausforderungen bei der Auslandskrankenversicherung sind die typischen Ausschlusskriterien, die in den Versicherungsverträgen festgelegt sind. Diese Ausschlüsse betreffen häufig bestimmte Krankheiten und Behandlungen, die entweder gar nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen abgedeckt werden.

Typische Ausschlusskriterien:

  • Chronische Erkrankungen: Behandlungen von chronischen Krankheiten wie Diabetes, Asthma oder Herzerkrankungen sind in der Regel vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Dies bedeutet, dass Kosten für Behandlungen, die aufgrund dieser Vorerkrankungen notwendig werden, nicht übernommen werden.
  • Vorerkrankungen: Behandlungen, die aufgrund von Vorerkrankungen notwendig sind, werden oft nicht abgedeckt. Dies betrifft auch Folgeerkrankungen, die aus einer bekannten Vorerkrankung resultieren.
  • Geplante Behandlungen: Behandlungen, die bereits vor Reiseantritt geplant waren, sind ebenfalls vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Dies schließt auch diagnostizierte Erkrankungen ein, die vor der Reise bekannt waren und deren Behandlung absehbar war.
  • Psychische Erkrankungen: Behandlungen von psychischen Erkrankungen, insbesondere bei bekannten Vorerkrankungen, sind häufig ausgeschlossen. Dies gilt auch für neue Schübe bereits diagnostizierter psychischer Erkrankungen.
  • Schwangerschaftskomplikationen: Komplikationen, die während einer Schwangerschaft auftreten und bereits vor der Reise bekannt waren, sind oft nicht versichert. Plötzliche Komplikationen während der Reise können jedoch abgedeckt sein.

Die Bedeutung des Kleingedruckten

Das Kleingedruckte in den Versicherungsbedingungen einer Auslandskrankenversicherung ist von entscheidender Bedeutung, da es die genauen Bedingungen und Ausschlüsse des Versicherungsschutzes festlegt. Viele Versicherte übersehen diese Details, was im Schadensfall zu unangenehmen Überraschungen führen kann. Es ist daher unerlässlich, die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) sorgfältig zu lesen und zu verstehen.

Wichtige Punkte im Kleingedruckten sind unter anderem die Leistungsgrenzen. Viele Versicherungen setzen Obergrenzen für bestimmte Leistungen, wie z. B. die Kostenübernahme für eine Personenbergung oder eine Bestattung im Todesfall vor Ort. Diese Grenzen können erheblich variieren und sollten vor Abschluss der Versicherung geprüft werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Selbstbeteiligung. Einige Versicherungen verlangen eine Selbstbeteiligung, die im Schadensfall vom Versicherten zu tragen ist. Dies kann die finanzielle Belastung im Ernstfall erhöhen.

Die Behandlung von Vorerkrankungen ist oft ausgeschlossen oder nur unter bestimmten Bedingungen versichert. Es ist wichtig zu wissen, welche Vorerkrankungen gemeldet werden müssen und wie diese im Versicherungsfall behandelt werden.

Auch die Bedingungen für einen medizinischen Rücktransport nach Deutschland sind oft streng geregelt. Es wird zwischen „medizinisch notwendig“ und „medizinisch sinnvoll“ unterschieden, was erhebliche Auswirkungen auf die Kostenübernahme haben kann.

Schließlich sind die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfristen ebenfalls im Kleingedruckten festgelegt. Diese Informationen sind wichtig, um ungewollte Vertragsverlängerungen zu vermeiden.

Meldung von Krankheiten und Schadensfällen

Korrekte Vorgehensweise bei der Meldung

Die korrekte Meldung von Krankheiten und Schadensfällen ist entscheidend, um den Versicherungsschutz in Anspruch nehmen zu können. Es gibt spezifische Schritte, die beachtet werden müssen, um sicherzustellen, dass die Versicherung die Kosten übernimmt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  • Sofortige Kontaktaufnahme: Bei einer stationären Behandlung sollte sofort die 24/7-Ambulanzzentrale des Versicherers kontaktiert werden. Diese übernimmt die direkte Abrechnung mit dem Krankenhaus.
  • Vorleistung bei ambulanter Behandlung: Bei ambulanten Behandlungen müssen die Kosten zunächst selbst getragen und die Behandlungsbelege gesammelt werden. Diese Belege werden später bei der Versicherung eingereicht.
  • Schadenformular ausfüllen: Das Schadenformular des Versicherers muss vollständig ausgefüllt und zusammen mit den Behandlungsbelegen eingereicht werden. Viele Versicherer bieten hierfür Online-Tools oder Apps an, die den Prozess erleichtern.
  • Fristen beachten: Schadenfälle müssen spätestens drei Jahre nach Schadeneintritt eingereicht werden. Es ist jedoch ratsam, die Meldung so schnell wie möglich vorzunehmen, um Verzögerungen zu vermeiden.
  • Zusätzliche Dokumente: Bei Medikamenten muss die ärztliche Verordnung beigefügt werden. Bei Krankenhausaufenthalten kann eine Zahlungsgarantie des Versicherers erforderlich sein.

Fristen und Formalitäten

Die Einhaltung von Fristen und die Erfüllung formaler Anforderungen sind entscheidend, um im Schadensfall den Versicherungsschutz in Anspruch nehmen zu können. Versäumnisse in diesem Bereich können dazu führen, dass die Versicherung die Kostenübernahme verweigert.

Wichtige Fristen:

  • Sofortige Meldung bei stationärer Behandlung: Bei einem stationären Krankenhausaufenthalt muss die 24/7-Ambulanzzentrale des Versicherers sofort kontaktiert werden. Dies ermöglicht eine direkte Abrechnung zwischen dem Krankenhaus und der Versicherung.
  • Frist für die Schadenmeldung: Schadenfälle müssen spätestens drei Jahre nach Schadeneintritt gemeldet werden. Es ist jedoch ratsam, die Meldung so schnell wie möglich vorzunehmen, um Verzögerungen zu vermeiden.
  • Meldung im Stornofall: Bei einer Reiserücktrittsversicherung muss die Schadensmeldung innerhalb von 48 Stunden nach Eintritt des Stornogrunds erfolgen, um den Leistungsanspruch zu wahren.

Formale Anforderungen:

  • Schadenformular: Das Schadenformular des Versicherers muss vollständig ausgefüllt und zusammen mit den Behandlungsbelegen eingereicht werden. Viele Versicherer bieten hierfür Online-Tools oder Apps an, die den Prozess erleichtern.
  • Ärztliche Unterlagen: Bei einer Krankheitsmeldung müssen ärztliche Atteste eingereicht werden, die den ICD-10-Code (Diagnose), den Behandlungsbeginn und den Zeitraum der Krankschreibung enthalten.
  • Zusätzliche Dokumente: Bei Medikamenten muss die ärztliche Verordnung beigefügt werden. Bei Krankenhausaufenthalten kann eine Zahlungsgarantie des Versicherers erforderlich sein.

Einfluss von Reisedauer und -ziel

Auswirkungen der Reisedauer auf den Versicherungsschutz

Die Dauer der Reise hat einen erheblichen Einfluss auf den Umfang und die Bedingungen des Versicherungsschutzes einer Auslandskrankenversicherung. Versicherungen unterscheiden sich in der maximalen Reisedauer, die sie abdecken, und in den spezifischen Leistungen, die sie für unterschiedliche Reisedauern anbieten.

Für Kurzzeitreisen bis zu 56 Tagen bieten viele Versicherer standardisierte Tarife an, die eine umfassende medizinische Versorgung im Ausland abdecken. Diese Tarife sind oft kostengünstig und decken sowohl ambulante als auch stationäre Behandlungen ab.

Für längere Aufenthalte, wie Auslandssemester, Weltreisen oder berufliche Entsendungen, sind spezielle Langzeit-Auslandskrankenversicherungen erforderlich. Diese Versicherungen bieten Schutz für Zeiträume von mehreren Monaten bis zu fünf Jahren und umfassen oft zusätzliche Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen von chronischen Erkrankungen.

Einige Versicherer ermöglichen es, den bestehenden Versicherungsschutz zeitlich zu verlängern, wenn sich die Reisedauer unerwartet verlängert. Dies ist besonders nützlich für Reisende, die flexibel bleiben möchten.

Geografische Besonderheiten und Einschränkungen

Die geografische Abdeckung und die damit verbundenen Einschränkungen sind ein wesentlicher Aspekt bei der Auswahl einer Auslandskrankenversicherung. Je nach Reiseziel und den dort herrschenden medizinischen Standards können die Anforderungen an den Versicherungsschutz erheblich variieren.

Viele Auslandskrankenversicherungen bieten weltweiten Schutz, jedoch gibt es oft Unterschiede in der Deckung je nach Region. Beispielsweise können die USA und Kanada aufgrund der hohen medizinischen Kosten spezielle Tarife erfordern, die teurer sind als für andere Regionen. Einige Versicherungen schließen bestimmte Länder oder Regionen aufgrund von erhöhten Risiken, wie politischen Unruhen oder Naturkatastrophen, aus. Es ist wichtig, vor Abschluss der Versicherung zu prüfen, ob das geplante Reiseziel vollständig abgedeckt ist.

Der Leistungsumfang kann je nach Region variieren, da die medizinischen Standards und die Verfügbarkeit von Gesundheitsdiensten in einigen Ländern unterschiedlich sind. Versicherungen passen daher ihre Leistungen an die spezifischen Bedingungen des Reiseziels an. Beispielsweise kann in Ländern mit schlechter medizinischer Infrastruktur ein Rücktransport nach Deutschland schneller notwendig werden.

Für Langzeitaufenthalte in bestimmten Regionen, wie Work and Travel in Australien oder Backpacking in Südostasien, bieten Versicherungen spezielle Pakete an, die auf die Bedürfnisse von Langzeitreisenden zugeschnitten sind.

Rechtsfälle und Urteile

Beispiele aus der Rechtsprechung

Rechtsfälle und Urteile bieten wertvolle Einblicke in die Praxis der Auslandskrankenversicherung und die Interpretation der Versicherungsbedingungen durch die Gerichte. Hier sind einige relevante Fälle:

BGH-Urteil zur Schwangerschaftsüberwachung und Entbindung:

Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, dass Klauseln in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) einer Auslandskrankenversicherung, die Untersuchungen und Behandlungen zur Schwangerschaftsüberwachung sowie Entbindungen und Schwangerschaftsabbrüche vom Versicherungsschutz ausnehmen, den Versicherungsnehmer unangemessen benachteiligen und daher unwirksam sind. Dies betraf insbesondere Ausländer, die in ihr Heimatland reisen.

Landgericht Dortmund: Kostenerstattung bei akuter Erkrankung:

Das Landgericht Dortmund verurteilte eine Auslandskrankenversicherung zur Zahlung von 5.692,53 Euro an einen Versicherten, der während einer Reise an einer akuten, unerwarteten Erkrankung litt. Die Versicherung musste die Kosten für die stationäre Behandlung, radiologische Untersuchungen, Medikamente und Taxikosten übernehmen.

OLG Hamm: Rücktransport bei unzureichender medizinischer Versorgung:

Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass eine Auslandskrankenversicherung die Kosten für einen medizinisch notwendigen Rücktransport übernehmen muss, wenn die erforderliche Behandlung im Ausland nicht sichergestellt ist. Dies gilt unabhängig davon, ob der Arzt die Behandlung nicht durchführen kann oder will.

Landgericht Düsseldorf: Ausschluss bei Vorerkrankungen:

Das Landgericht Düsseldorf entschied, dass eine Auslandskrankenversicherung nicht für die Behandlungskosten aufkommen muss, wenn die versicherte Person bereits vor der Reise an einer bekannten Erkrankung litt und diese während der Reise behandlungsbedürftig wurde. Dies wurde als vorsätzliche Obliegenheitsverletzung gewertet.

Hessisches Landessozialgericht: Behandlung in Privatkliniken:

Das Hessische Landessozialgericht entschied, dass die gesetzliche Krankenversicherung keine Mehrkosten für Behandlungen in Privatkliniken im Ausland übernimmt. Dies gilt auch, wenn die Behandlung im Ausland notwendig war.

Lehren aus den Urteilen

Die Analyse der Urteile zeigt, welche Schlüsse Versicherte für den eigenen Versicherungsschutz ziehen können. Diese Lehren helfen, typische Fallstricke zu vermeiden und den Versicherungsschutz optimal zu nutzen.

Unangemessene Benachteiligung durch Klauseln:

Versicherte sollten die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) genau prüfen. Klauseln, die bestimmte Behandlungen wie Schwangerschaftsüberwachung und Entbindungen ausschließen, können unwirksam sein, wenn sie den Versicherungsnehmer unangemessen benachteiligen. Es lohnt sich, im Zweifelsfall rechtlichen Rat einzuholen.

Akute Erkrankungen:

Versicherungen sind verpflichtet, die Kosten für unerwartete, akute Erkrankungen zu übernehmen. Versicherte sollten sicherstellen, dass sie im Schadensfall alle notwendigen Belege und ärztlichen Atteste einreichen, um die Kostenübernahme zu gewährleisten.

Rücktransport bei unzureichender medizinischer Versorgung:

Wenn die medizinische Versorgung im Ausland nicht ausreicht, muss die Versicherung die Kosten für einen medizinisch notwendigen Rücktransport übernehmen. Versicherte sollten darauf achten, dass ihre Versicherung diese Leistung explizit abdeckt und im Notfall sofort die Ambulanzzentrale kontaktieren.

Ausschluss bei Vorerkrankungen:

Behandlungen von bekannten Vorerkrankungen sind oft vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Versicherte sollten vor Abschluss der Versicherung klären, welche Vorerkrankungen gemeldet werden müssen und wie diese im Schadensfall behandelt werden. Es ist ratsam, eine Versicherung zu wählen, die auch chronische Erkrankungen abdeckt.

Behandlung in Privatkliniken:

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt keine Mehrkosten für Behandlungen in Privatkliniken im Ausland. Versicherte sollten sicherstellen, dass ihre Auslandskrankenversicherung auch Behandlungen in Privatkliniken abdeckt, insbesondere in Ländern mit hohen medizinischen Kosten.

FAQs – Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen (FAQs) bieten eine schnelle und direkte Informationsquelle für die wichtigsten Anliegen rund um die Auslandskrankenversicherung. Hier sind einige der häufigsten Fragen und deren Antworten:

F: Was passiert, wenn ich eine Krankheit nicht rechtzeitig melde?

A: Die rechtzeitige Meldung einer Krankheit ist entscheidend, um den Versicherungsschutz zu gewährleisten. Eine verspätete Meldung kann dazu führen, dass die Versicherung die Kostenübernahme ablehnt. Es ist daher wichtig, sich unverzüglich mit der Versicherung in Verbindung zu setzen, sobald eine medizinische Behandlung notwendig wird.

F: Bin ich weltweit versichert oder gibt es geografische Einschränkungen?

A: Die geografische Abdeckung einer Auslandskrankenversicherung hängt vom jeweiligen Tarif ab. Viele Versicherungen bieten weltweiten Schutz, jedoch können bestimmte Länder oder Regionen aufgrund höherer Risiken oder Kosten ausgeschlossen sein. Es ist wichtig, die Vertragsbedingungen genau zu prüfen und sicherzustellen, dass das Reiseziel abgedeckt ist.

F: Was kann ich tun, wenn meine Auslandskrankenversicherung einen Schadensfall ablehnt?

A: Wenn ein Schadensfall abgelehnt wird, sollten Sie zunächst die Begründung der Versicherung prüfen. In vielen Fällen kann eine Ablehnung auf einem Missverständnis oder fehlenden Informationen beruhen. Es ist ratsam, in einem solchen Fall Kontakt mit der Versicherung aufzunehmen und gegebenenfalls zusätzliche Belege oder Informationen nachzureichen. Bei weiterhin bestehenden Unstimmigkeiten kann eine Beschwerde bei der Versicherung oder eine Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsombudsmann sinnvoll sein.

F: Wie wirkt sich eine Vorerkrankung auf den Versicherungsschutz aus?

A: Vorerkrankungen können den Versicherungsschutz beeinflussen. Viele Auslandskrankenversicherungen schließen Behandlungen von Vorerkrankungen aus, es sei denn, es kommt während der Reise unerwartet zu einer akuten Verschlechterung. Es ist wichtig, vor Abschluss der Versicherung die Bedingungen bezüglich Vorerkrankungen zu prüfen und gegebenenfalls eine Versicherung zu wählen, die auch Vorerkrankungen abdeckt.

Diese FAQs bieten einen Überblick über einige der wichtigsten Aspekte der Auslandskrankenversicherung. Für eine umfassende Beratung und Klärung individueller Fragen ist es jedoch immer ratsam, direkt mit der Versicherung oder einem Fachexperten Kontakt aufzunehmen.

Fazit

Die Auswahl der richtigen Auslandskrankenversicherung ist entscheidend, um im Ausland umfassend geschützt zu sein. Die vorgestellten Urteile und Beispiele aus der Rechtsprechung verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Versicherungsbedingungen genau zu prüfen und sich über die Leistungen und Ausschlüsse im Klaren zu sein. Die Analyse der verschiedenen Anbieter und Tarife zeigt, dass es erhebliche Unterschiede in Bezug auf Preis, Leistungsumfang und Kundenzufriedenheit gibt.

Wichtige Aspekte, die berücksichtigt werden sollten:

  • Die Notwendigkeit, die Versicherungsbedingungen sorgfältig zu lesen und zu verstehen.
  • Die Bedeutung einer rechtzeitigen Meldung von Krankheiten und Schadensfällen.
  • Die Auswirkungen der Reisedauer und des Reiseziels auf den Versicherungsschutz.
  • Die Relevanz von Rechtsfällen und Urteilen für die Praxis der Auslandskrankenversicherung.

Abschließende Empfehlungen

Um den besten Schutz durch eine Auslandskrankenversicherung zu erhalten, sollten Reisende folgende Empfehlungen beachten:

  • Vergleichen Sie verschiedene Anbieter und Tarife: Nutzen Sie Vergleichsportale und unabhängige Tests, um einen Überblick über die verschiedenen Angebote zu erhalten.
  • Achten Sie auf den Leistungsumfang: Prüfen Sie, welche Leistungen abgedeckt sind und ob es Ausschlüsse gibt, die für Sie relevant sein könnten.
  • Berücksichtigen Sie Ihre individuellen Bedürfnisse: Wählen Sie eine Versicherung, die zu Ihrer Reisedauer, Ihrem Reiseziel und Ihren persönlichen Umständen passt.
  • Seien Sie sich der Bedeutung des Kleingedruckten bewusst: Lesen Sie die Versicherungsbedingungen sorgfältig durch und stellen Sie sicher, dass Sie alle Bestimmungen verstehen.
  • Bereiten Sie sich auf den Schadensfall vor: Informieren Sie sich über die korrekte Vorgehensweise bei der Meldung von Krankheiten und Schadensfällen.

Durch die Beachtung dieser Empfehlungen können Reisende sicherstellen, dass sie im Ausland umfassend geschützt sind und unbesorgt ihre Reise genießen können.

Hinweis: Informationen in unserem Internetangebot dienen lediglich Informationszwecken. Sie stellen keine Rechtsberatung dar und können eine individuelle rechtliche Beratung auch nicht ersetzen, welche die Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalles berücksichtigt. Ebenso kann sich die aktuelle Rechtslage durch aktuelle Urteile und Gesetze zwischenzeitlich geändert haben. Benötigen Sie eine rechtssichere Auskunft oder eine persönliche Rechtsberatung, kontaktieren Sie uns bitte.

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